Photo Exhibition

Ganzseitiges Foto_1-001Vernissage
Xinjiang Photo Exhibition: The Camel in the City
Architektur, Alltag & Religion im Umbruch
January 15, 2014
5pm – 6.30pm
KWZ, Foyer, Heinrich Düker Weg 14

 

Program:
5 pm: Opening + Reception
5.30 pm: Discussion
6:00 pm: Art Tombola

DAS KAMEL IN DER STADT
Die photographischen Arbeiten des Nanjinger Künstlers Ma Kang und des Göttinger
Turkologen Ablet Semet stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung und laden ein zu
einem visuellen Dialog von Kunst und Wissenschaft. „Das Kamel in der Stadt“ zeigt
Impressionen aus Xinjiang im westlichen China und erzählt vom Alltag in einer Region,
in der sich nicht nur Architektur und Stadbilder rasch verändern, sondern wo sich auch
Glaube und Identität im Umbruch befinden.

MA KANG
Ma Kang ist Photograph und visueller Essayist. Er wurde 1962 in Nanjing geboren
und lebt dort. Seine Arbeit widmet sich dem Dialog von Raum und Zeit in China, wo die
Beziehungen zwischen Stadtarchitektur und Stadtleben vor neuen Herausforderungen
stehen. Nach einer Ausbildung in Ölmalerei entdeckte Ma Kang die Photographie
als ideales Medium seines künstlerischen Ausdrucks. In seiner Arbeit geht es immer
wieder um eine Visualität, die sich der offiziellen Narrativen entzieht, sie umspielt und
hinterfragt in einer Zeit, in der Perspektiven, Glaube und Gewissheit für viele Chinesen
besonders diffus und unzugänglich sind. Seit 2003 beschäftigt sich Ma Kang mit Xinjiang,
wo sich die “Krise des Glaubens” auf noch andere Art manifestiert. “Obgleich Glaube hier
nicht so einfach ist, so existiert er doch”, bemerkt Ma Kang und ist fasziniert von einer
Region, in der Glaube sowohl als Entfremdung erfahren wird als auch ein Gefühl von
Selbst und Identität verspricht. Die Photoserie „Makang’s Uncertain Times: Xinjiang
Impressions“ sind Ma Kangs neueste Arbeiten zu Ürümqi, Kashgar und anderen Städten
in Xinjiang. Mit dieser Ausstellung werden erstmals seine Werke in Europa gezeigt.

ABLET SEMET
Ma Kangs urbane Perspektive steht in Dialog zu Ablet Semets Blick auf das ländliche
Xinjiang. Im Gegensatz zu Ma Kangs Identität als Künstler ist Dr. Semet Wissenschaftler
und Ethnologe im Seminar für Turkologie und Zentralasienkunde an der Universität
Göttingen. Selbst Uigure, wurde er 1969 in Artush, in der Nähe Kashgars geboren, und
begann sein Studium im Ürümqi, bevor er in Beijing Turkologie studierte. Nachdem er
Zeit in Ankara verbrachte, kam er nach Deutschland und promovierte 2003 in Göttingen.
Seine Photographien dokumentieren seine Forschung zu den kulturellen Begegnungen
von Sprache, Literatur und multireligiösem Architekturerbe in Xinjiang und nehmen
Stellung zur Frage einer uigurischen Identitätsfindung.

ÜBER DIE AUSSTELLUNG
Kuratiert von Katja Pessl und Tina Schilbach halten die Bilder in dieser Ausstellung die
flüchtigen Momente in einer Zeit des ruhelosen Wandels in Xinjiang fest. Als ethnische
und religiöse Minderheit stehen die Uiguren im Zentrum der Aufmerksamkeit eines
säkularen chinesischen Staates. Infolge der staatlichen Entwicklungspolitik im westlichen
China seit dem Jahr 1999 unterzieht sich Xinjiang einer radikalen Modernisierung, in
der alte, religiöse Architektur dem Abriss preisgegeben wird und den imminenten Verlust
traditioneller Stadtviertel und tradierter Lebensart mit sich zieht. Obgleich Ma Kang and
Ablet Semet unseren Blick auf die vielfältigen Narrativen der Moderne richten, so bringen
sie auch ihre eigenen biographischen Verflechtungen in die Orte und Geschichten der
Region ein. Damit erlauben sie uns, den Blick auf ihre persönliche visuelle Erfahrung und
Erinnerung – auch jenseits des Staates– zu richten.